Glossar

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Chinesische Medizin
Kognitive Therapie nach Beck und Ellis
NLP (Neurolinguistisches Programmieren)
Prozessorientierte Psychologie nach Arnold Mindell
Transaktionsanalyse (TA)

 

 

Chinesische Medizin

Die chinesische Medizin, auch traditionelle chinesische Medizin genannt, ist eine Heilkunde, die sich in China vor mehr als 2000 Jahren entwickelt hat. Sie sieht Gesundheit und Krankheit in enger Verbindung mit dem energetischen Gleichgewicht in einem Menschen. Dieses Gleichgewicht wird allerdings nicht statisch, sondern als dynamischer Prozess aufgefasst, der alle Lebewesen kontinuierlich in körperliche und geistige Transformationsvorgänge einbindet.
Im Mittelpunkt der chinesischen Betrachtungsweise steht die Lebensenergie, das sogenannte „Qi“, das in uns und um uns herum in der Welt pulsiert. Unser Qi erhalten wir einerseits von unseren Eltern durch Vererbung, andererseits nehmen wir es aber auch täglich neu aus frischer Nahrung und guter Luft beim Einatmen auf. Qi ist nicht sichtbar, aber wir können seine Wirkung fühlen und spüren, wie es z.B. entlang der Energieleitbahnen in unserem Körper, den sogen. Meridianen, durch Dehnung, Berührung, Druck oder auch Nadelung (s. Akupunktur) stimuliert werden kann.
Das Qi ist in der chinesischen Medizin Grundlage allen Lebens. Es begleitet jede Tätigkeit und Bewegung, es ist für das Immunsystem und alle Umwandlungsprozesse veranwortlich und sorgt dafür, dass der Körper warm und in seiner Struktur erhalten bleibt. Wenn das Qi fließt, finden alle Lebensprozesse in Harmonie und in Übereinstimmung mit den inneren und äußeren Gegebenheiten statt. Wenn das Qi dagegen durch belastende Umstände oder auch ungesundes Essen, zu wenig Schlaf oder schlechte Luft stockt und übermäßig verbraucht wird, können psychische und körperliche Krankheiten entstehen.
Um Letztere zu beheben, werden in der chinesischen Medizin alle Informationen und wahrnehmbaren Symptome und Besonderheiten eines Menschen in Beziehung zueinander gesetzt, um auf diese Weise herauszufinden, welche Aspekte im Leben des Menschen momentan zu dem Disharmoniemuster führen und eines Ausgleichs bedürfen. Dieser wird dann durch chinesische Arzneimitteltherapie, Akupunktur, Akupressur oder japanisches Shiatsu, Qi Gong und Tai Chi sowie Ernährungsberatung angeregt und unterstützt.

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Kognitive Therapie nach Beck und Ellis

Der US-amerikanische Psychiater Aaron T. Beck beschäftigte sich intensiv mit Depression und der Tendenz depressiver Menschen, Erfahrungen systematisch negativ zu verzerren. Die Beobachtung, dass auch nach langjähriger psychoanalytischer Behandlung viele depressive Menschen weiter an ihrer selbstschädigenden Haltung festhielten, veranlasste Beck, sich von der Psychoanalyse abzuwenden. Als Gegenentwurf entwickelte er in den 1960er und 1970er Jahren die kognitive Verhaltenstherapie der Depression.
Auch der tiefenpsychologisch arbeitende Psychologe Albert Ellis aus Pennsylvania (USA) stieß in dieser Zeit mit seinen Konzepten an Grenzen und stellte 1955 erstmals seine Rational-Emotive Verhaltenstherapie (RET) vor.

Beide Ansätze sind kognitive Therapieverfahren, in deren Mittelpunkt die Veränderung von blockierenden Einstellungen und Denkmustern, sogenannten Kognitionen stehen. In der Annahme, dass Gedanken und Bewertungen Auslöser für Gefühle, Körperreaktionen und bestimmte Verhaltensweisen sind, liegt der therapeutische Schwerpunkt hier auf der Bewusstmachung und Modifikation von abwertenden Grundüberzeugungen und Glaubenssätzen. Ziel dabei ist, einen Wahrnehmungsprozess anzuregen, der für neue Erkenntnisse und Entwicklungen offen ist. Dann kann echte, lebendige und nährende Gegenwart und nicht nur ein ständiges Erneuern von alten destruktiven Überzeugungen entstehen.

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NLP (Neurolinguistisches Programmieren)

NLP entstand in den 1970er Jahren aus der Zusammenarbeit des US-amerikanischen Linguistikers John Grinder mit dem US-amerikanischen Psychologen Richard Bandler. Anliegen ihrer Zusammenarbeit war nicht die Begründung einer neuen Therapierichtung, sondern die Identifikation und Herausarbeitung der Behandlungsmuster, die drei damalige Spitzentherapeuten, Fritz Perls, Virginia Satir und Milton Erickson so erfolgreich machten. Diese Muster wurden von ihnen als Modelle erfolgreicher Therapie zusammengefasst, damit sie auf diese Weise nun auch gelehrt und anderen vermittelt werden konnten.

Mit dem Namen NLP werden wichtige Aspekte dieses therapeutischen Ansatzes hervorgehoben:

  • die Konzentration auf die Sinneswahrnehmung und ihre Verarbeitung,
  • der bewusste und gezielte Einsatz von Sprache
  • und das zielorientierte Vorgehen.

Der Neuro-Teil des Namens erinnert daran, dass unser ganzes Verhalten von den neurologischen Prozessen der Sinneswahrnehmung und der Verarbeitung dieser Eindrücke abhängt.
Im linguistischen Teil wird darauf hingedeutet, dass wir uns sowohl im Inneren als auch in der äußeren Kommunikation über Sprache verständigen.
Das Programmieren bezieht sich darauf, dass wir unsere Gedanken und Handlungen mit unseren persönlichen Bedürfnissen und Zielen abstimmen müssen, um zu befriedigenden Ergebnisse zu kommen.

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Prozessorientierte Psychologie nach Arnold Mindell

Entwickelt wurde diese Arbeit in den 1970er und 1980er Jahren von Dr. Arnold Mindell, einem US-amerikanischen Physiker und Jungianischen Lehranalytiker.
Ausgehend von Ansätzen C.G. Jungs und der humanistischen Psychologie, verbindet Mindell in seiner sogenannten Prozessarbeit Erkenntnisse der Quantenphysik, der Feldtheorie und der modernen Kommunikationstheorie mit taoistischer und schamanischer Weisheit. Sein therapeutisches Vorgehen orientiert sich an dem gegenwärtigen, sinnlich und intuitiv wahrnehmbaren inneren Prozess eines Menschen.

Mindell geht von der Weisheit in der Natur und ihrem fortwährenden Wandel aus und nennt dies den Traumprozess. Menschliche Erfahrungen und Krankheiten werden von ihm als potentiell sinnvolle zukunftsgerichtete Prozesse wahrgenommen. Mit Respekt und Wertschätzung für jeden Aspekt des Prozesses werden in der Prozessarbeit körperliche und psychische Symptome therapeutisch erforscht und entfaltet. Auf diese Weise sollen essentielle Informationen über das grundlegende Anliegen der Störung gewonnen werden, um den natürlichen Fluss der Entwicklung zu unterstützen. Dabei geht die Prozessarbeit von der Annahme aus, dass der Schlüssel zur Lösung in den Problemen selbst enthalten ist.

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Transaktionsanalyse (TA)

Die Transaktionsanalyse wurde in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts von dem kanadisch-amerikanischen Psychiater Eric Berne begründet. Schon zu Lebzeiten Bernes entstanden unterschiedliche Richtungen in der TA, die bis heute entsprechend ihrer Schwerpunkte weiterentwickelt werden.
Berne entwickelte die TA aus der Beobachtung zwischenmenschlicher Kommunikation heraus. Die von ihm als Transaktionen benannten Vorgänge erfolgen im verbalen und nonverbalen, bewussten und unbewussten Austausch zwischen Menschen.

Mit Hilfe verschiedenster Modelle werden in der TA Kommunikationsabläufe untersucht, um ihre Dynamik zu verstehen und bei Bedarf verändern zu können.
Dazu gehört z.B. das Strukturmodell der sogenannten „Ich-Zustände“, eines der wichtigsten Konzepte der TA. Es beruht auf der Entdeckung Bernes, dass Menschen in ihrem Erleben und Kommunizieren zwischen verschiedenen Zuständen wechseln. Dies zeigt sich beispielsweise in Veränderungen des Tonfalls, der Mimik und Gestik, aber auch der Wortwahl.

Die „Ich-Zustände“ im Menschen lassen sich grob vereinfachend in ein kindlich spontanes Erleben und Verhalten (Kind-Ich), einen sachlich agierenden Anteil (Erwachsenen-Ich) und eine fürsorgliche aber auch kontrollierende Haltung (Eltern-Ich) unterteilen. Beeinträchtigte oder wenig entwickelte Ich-Zustände und unstimmige Transaktionen zwischen den verschiedenen Ich-Zuständen der Gesprächspartner können zu erheblichen Missverständnissen und Zerwürfnissen führen.
Dabei spielen aber oft auch Erwartungen hinein, die mit dem sogenannten „Skript“, dem unbewussten Lebensplan in jedem Menschen zusammenhängen. Entsprechend findet in der TA als Therapie häufig auch eine „Skriptanalyse“ statt. Dies geschieht gerne auf der Basis von Verträgen, in denen der Klient/die Klientin die Ziele der gemeinsamen Arbeit und die Aufgabe der psychotherapeutischen Begleitung definiert.

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